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Die evangelische Kirche in Queck

Orgel in Queck finden Sie umfangreiches Material. In der Geschichte der Quecker Kirche lassen sich für die Jahre 1727, 1897 und 1972 drei Orgelbauten nachweisen.

Krippenfiguren wurden die vom Fuldaer Holzschnitzer Rudolf Fleck aus Lindenholz geschnitzten Krippenfiguren. Es handelt sich um fünf Figuren, 70-100 cm groß.

Renovierung 1929-1931 der Quecker Kirche, wegen des Einbaues einer Warmluftheizung. Beim Aufgraben des Kirchenbodens wurden Skelette entdeckt.

Kirchengelände 2008-2010 Neue Wege wurden angelegt und gepflastert. Der völlig zugewachsene Kirchhang wurde gerodet. Die Erneuerung wurde durch Mittel der Dorferneuerung unterstützt.

Die Quecker Kirche im Jahreslauf (bitte anklicken)

Zur Baugeschichte der Quecker Kirche

Inschrift im Türbogen

Über der Südtür der Quecker Kirche findet sich die Inschrift: "Dieses Gottes Haus ist aus seinen mitteln auffgeführet v(nd) erweuttert ANNO 1727“. Die Jahreszahl 1727 finden wir noch zweimal an und in der Quecker Kirche. Über den Chorbogen ist sie eingemeißelt und in einen Pfeiler der Empore ist sie hineingeschnitz. Im Jahr 1727 wurde das heutige Kirchenschiff erbaut. Aber bereits vorher gab es an derselben Stelle in Queck eine Kirche.

Wilhelm Diehl, der in den dreißiger Jahren die Daten für fast alle hessischen Kirchbauten zusammentrug, weiß zu berichten, dass Queck "zur Zeit der Einführung der Reformation eine Unser Lieben Frauen und der hl. Katharina geweihte Pfarrkirche" besaß.

Der Quecker Pfarrer Karl Bohn, der zum 200-jährigen Kirchbaujubiläum 1931 fleißig Akten in den Archiven studiert hatte, berichtet über die alte Quecker Kirche: "Gebaut um das Jahr 1480, waren die Wände in der unteren Hälfte aus Mauerwerk, in der oberen aus Holzfachwerk. Sie stand auf dem gleichen Platz, wie die jetzige Kirche. Die Mauern des Turms bis zum beginnenden Schieferdach standen schon in der alten Kirche. Das Kirchenschiff umfaßte nur die Hälfte des heutigen Raumes. ... Es war ein enger Raum, fast quadratisch. Doch ist dabei zu beachten, daß auch der Turmraum dazu gehörte als sogenannter "Chor". Hier befand sich der Hochaltar. Da die Orgel fehlte, lag der große ... schöne Triumphbogen, frei."

Der Kirchturm

Turmfenster

mit der Jahreszahl 1585

Dass der Kirchturm älter ist als die Kirche, zeigt die Jahreszahl 1585, die in den Rahmen eines der Fenster eingemeißelt ist.

In diesem Turm hängt die 1581 von dem Glockengießer Eckhart Kucher gegossene Glocke mit der Inschrift: "Gots Wort bleibet ewich, Eckhart Kucher gos mich MDLXXXI". Mit dieser Glocke wurde früher nicht nur zum Gottesdienst gerufen, sondern sie diente auch als Feuermelder, war in ein Schlagwerk integriert und wurde nach alter Sitte benutzt zum Zusammenruf der politischen Gemeinde unter die Dorflinde.

Neubau des Kirchenschiffes 1727

Im Oktober des Jahres 1717 erteilte Reichfreiherr Friedrich Wilhelm von Schlitz genannt von Görtz dem Schlitzer Pfarrer und Insepktor Julius Wedekind und dem Rentmeister Karl Raabe den Auftrag, unverzüglich im Lande die Kirchen zu auf „ihre Baugebrechen“ hin zu besichtigen und darüber Bericht zu erstatten. Karl Raabe schrieb am 10. Oktober über die Quecker Kirche: ""Die Quecker Kirch ist viel zu klein, weshalb der Pfarrer zu Queck vorgeschlagen hat, zwei Flügel daran zu bauen..." Weil aber die Kirche "ziemlich baufällig, so wird solches für unpraktisch gehalten. Man tut besser, die ganze Kirche ganz bis auf den Turm abzubrechen und neu und größer zu bauen." ... Dann wäre auch die Aussicht, dass in einer so schönen neuen Kirche, Gott zu Ehren, auch ein Stück vom Orgelwerk gezeigt werde. Schließlich möchte eine Kirchbaukollekte für das Schlitzer und Riedeselsche Gebiet erhoben werden, wie dergleichen sie auch bei uns 3 mal getan. Wenn aber noch im Jahr 1719 mit dem Bau begonnen werden sollte, so könnten jetzt die Gemeindeglieder nichts beisteuern, maßen sie durch das ganze Kriegesvolk ausgezehrt werden, dass sie auf den Frühling Kinder, Weib und Mann kaum das Brot haben wird."

Schon bald werden erste Baumaterialien wie z. B. Holz angekauft. Das alte Kirchenschiff wurde niedergelegt - aber erst im Mai 1727 konnte mit dem Bau des bis heute erhaltenen größeren Kirchenraumes begonnen werden. Wir wissen leider noch nichts Genaues über die Bauarbeiten und wann der Bau tatsächlich fertiggestellt wurde. Sicher ist aber, dass für die neue Kirche eine Orgel angeschafft wurde – die erste für die Quecker Kirchengemeinde. Der Schullehrer Friedrich Teutsch bittet nämlich im Jahr 1727 seinen "Hochgebiettenden Freiherrn", dass er seinen Sohn als Hilfskraft beschäftigen dürfe, "da er das Orgelschlagen hat lernen müßen" und die Gemeinde in Queck in ihrer neuen Kirche "ein Stück Orgel-Werck angeschaffet, ich selber aber solches nicht versehen kann."

Schneidewindglocke von 1740

Für den Kirchturm der erneuerten Kirche ließ die Gemeinde imJahr 1740 bei den renommierten Frankfurter Glockengießern Benedikt und Johann Georg Schneidewind eine rund 180 kg schwere und schön verzierte Glocke gießen. 200 Jahre lang hörten die Schulkinder gerne auf den Klang der Glocke, denn sie wurde als Schulglocke benutzt.

Am 20.12.1941 musste die Glocke abgehängtund zum Einschmelzen abtransportiert werden.
Weitere Informationen dazu...

Die Glocke fand sich nach dem Zweiten Weltkrieg im Hamburger Hafen wieder auf und konnte kurz vor Ostern 1948 an ihren angestammten Platz im Turm zurückkehren. Da sie aber mit der verbliebenen Glocke von 1581 nicht mehr harmonisch zusammenklang, trennte sich die Kirchengemeinde von der Glocke, die 1951 eingeschmolzen wurde.

Renovierungen, 1765, 1813, 1883 und 1896

Über Zeit hinweg wurde die Kirche mehrfach renoviert und umgebaut.

Fast 40 Jahre nach dem Neubau des Kirchenschiffes "versieht 1765 der Zimmermeister Nikolaus Knoblauch den Kirchturm von Queck mit einer neuen Haube, die der Schieferdecker Balthasar Schmidt aus Schlitz eindeckt."

Bei der im Jahre 1813 durchgeführten Wiederherstellung wurden die Malereien, die im Jahre 1728 an den Emporen angebracht worden waren, übermalt.

1839 wurde der Friedhof, der sich bis dahin um die Kirche befand, verlegt. "Der ganze freye Platz um die Kirche ist jetzt eine mit Bäumen bepflanzte Rasenfläche."

Bei der Wiederherstellung von 1883 "wurde das Kirchendach ganz umgedeckt, die Turmspitze, die ganz faul geworden, erneuert, das Kreuz und der Hahn neu angestrichen." Bei der Wiederherstellung "Anfangs August (1896) wurde die Decke der Kirche in Queck nach langer Zeit geweißt, die Wände mit silbergrauer Farbe angestrichen, der untere Theil derselben tapeziert."

Die Orgel

Orgel in der Quecker Kirche

Die Orgel von 1727 war 170 Jahre in Gebrauch. Im Jahre 1897 wurde eine neue Orgel mit 12 klingenden Registern, 2 Manualen und 1 Pedal aufgestellt, ein Werk des Orgelbauers Adam Eifert zu Stadtilm, das 2.535 Mark kostete.

Mehr zur Quecker Orgelgeschichte

Renovierungen 1925 - 1931

Eine elektrische Lichtanlage konnte am Heiligen Abend 1925 erstmals benutzt werden.

Von 1929 bis 1931 erfolgt eine umfassende Innen- und Außenrenovierung und Erneuerung. Mehr ...

Zwei neue Glocken (1950)

Mit zwei neuen Glocken, die im Jahr 1950 für die Quecker Kirche gegossen wurden, lässt die Gemeinde das Leid und die Mahnung des zweiten Weltkrieges bis heute hörbar werden. Die große 512 kg schwere Glocke trägt die Inschrift: „Wenn ich ertöne, gedenkt Eurer Söhne, die Blut und Leben für Euch gegeben!“ Die kleinere, 135 kg schwere Glocke, ziert die Umschrift: „Gegossen wurde ich in schwerster Zeit, ich mahne Euch täglich zur Einigkeit.“