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Gemeindefest 2012

Wir ziehen alle an einem Strang
Kindergottesdienst- und Gemeindefest in der Pfarrei Queck
am 24. Juni 2012

Tauziehen im Gottesdienst und im Quecker Pfarrgarten
Die Kirchengemeinden der Pfarrei Queck feierten zum 34. Mal Gemeindefest

Der Familiengottesdienst zum Kindergottesdienst- und Gemeindefest in Queck wurde mit einer ungewöhnlichen Aktion begonnen: Tauziehen in der Kirche.

Zum 34. Mal hatten die Kirchengemeinden der Pfarrei Queck zum Kindergottesdienst- und Gemeindefest eingeladen. Begonnen wurde das Fest mit einem Familiengottesdienst in der Quecker Kirche. Der Gottesdienst und das Gemeindefest standen in diesem Jahr unter dem Motto: „Wir ziehen alle an einem Strang“. Gemeindepfarrer Pierre Bouvain hatte zum Gottesdienst ein armdickes Tau mitgebracht. Nach den Eingangsworten, mit denen sonst die Kindergottesdienstreffen begonnen werden, und einem ersten Lied, wurde das Tau im Mittelgang des Kirchenschiffes ausgerollt. In mehreren Durchgängen kam es dann zum Tauziehen.

Zuerst traten ein größeres und ein kleineres Kind gegeneinander an. Natürlich siegte das größere Kind. Im Alltag ist es ebenso. Schon morgens an der Bushaltestelle kommt es zu Rangeleien, bei denen die Kleineren benachteiligt sind. Es müsste mehr Rücksicht geben zwischen Großen und Kleinen.

Bei der zweiten Runde des Tauziehens in der Kirche trat eine Mutter gegen ihren Sohn an. Auch hier war sofort klar, wer Sieger werden würde. Aber auch hier ist der Bezug zum Alltag schnell hergestellt. Zwischen Eltern und Kindern kommt es immer wieder zu Machtproben. Besser wäre es, wenn man in der Familie nicht in verschiedene Richtungen ziehen würde, sondern gemeinsam an einem Strang und in dieselbe Richtung.

Zu zwei weiteren Durchgängen im Tauziehen kam es, nachdem die Gemeinde „Danke für diesen guten Morgen“ gesungen hatte. Nun traten Vertreter verschiedener Dörfer aus der Pfarrei gegeneinander an: Queck gegen Unter-Schwarz und Rimbach gegen Sandlofs. Die beteiligten Väter und Mütter gaben ihr Bestes und so waren keine klaren Sieger auszumachen. Manchmal kommt es zwischen den Dörfern zu Rivalitäten. Da wird nicht gemeinsam nach dem gesucht, was für alle das Beste ist, sondern jeder denkt zuerst an sich. Besser wäre es, wenn auch hier gemeinsam in eine Richtung gezogen würde, deutete der Pfarrer das Geschehen.

Dann traten Pfarrer Pierre Bouvain und Heinrich Wahl, der Vorsitzende des Kirchenchores Ober-Wegfurth, gegeneinander an. Sie legten aber das Tau sehr schnell beiseite und erklärten der Gemeinde, dass sie immer an einem Strang zögen. Es gäbe klare Absprachen, viele Telefonate und so würde man sich über alles verständigen, was die Gemeinde und die Auftritte des Chores beträfe. „Wir zwei ziehen an einem Strang.“ sagte Heinrich Wahl.

Der letzte Durchgang wurde nur angedeutet aber nicht ausgetragen. Als sich die Mitstreiter gegeneinander aufstellten, war sofort zu sehen, wie ungleich ein solches Tauziehen werden würde: auf der einen Seite standen etwa ein Dutzend Mitglieder der Kirchenvorstände, die am Gottesdienst teilnahmen – auf der anderen Seite allein der Pfarrer. Wenn Kirchenvorstand und Pfarrer gegeneinander arbeiten würden, stünde der Verlierer von vorneherein fest.

Das Ziehen an einem Strang machte Pfarrer Bouvain dann auch zum Inhalt seiner Predigt. Wenn die christliche Gemeinde sich versammelt, dann steht Christus im Mittelpunkt. Der Glaube eint und hilft zu der Erkenntnis, dass man besser gemeinsam in eine Richtung am Strang ziehen sollte. So könne man gemeinsam für alle etwas zum Positiven bewegen.

Nach dem Gottesdienst zog die Gemeinde dann in den Pfarrgarten, wo sie von den Klängen des Posaunenchores empfangen wurde. Die Kinder konnten ihre Geschicklichkeit bei allerlei Spielen – auch beim Tauziehen - unter Beweis stellen. Es gab Kaffee, Kuchen, Getränke und Bratwürstchen. Im Laufe des Nachmittags brachten alle Chöre der Pfarrei einen musikalischen Beitrag zum Fest. Es sangen der Kirchenchor Ober-Wegfurth, der auch schon im Familiengottesdienst mitgewirkt hatte, der Männergesangverein Queck, der Gemischte Chor Sandlofs und der Singkreis Queck. Hin und wieder fielen einige Regentropfen, was sich aber auf die Stimmung der Gemeindeglieder im Pfarrgarten nicht weiter auswirkte. Die Gemeinde feierte ein schönes Gemeindefest. Erst nach dem Ende des Festes, als am späten Nachmittag die Aufräumarbeiten im Pfarrgarten abgeschlossen waren, begann es lange und anhaltend zu regnen.