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Konfirmandenfahrt: Auf Luthers Spuren 2022

Auf Martin Luthers Spuren
Konfirmanden erkunden die Hintergründe zu Luthers "Septembertestament" von 1522


Mit dem Thema „Die Bibel – Gottes Wort für mich!“ steltlen sich am Sonntag, dem 15. Mai 2022 um 10.00 Uhr in der Quecker Kirche die Konfirmanden der Pfarrei vor. Zur Vorbereitung des Gottesdiensts folgte die Konfirmandengruppe den Spuren Martin Luthers.

Vor 500 Jahren, im September 1522, hat Martin Luther seine Übersetzung des Neuen Testaments als gedrucktes Buch herausgegeben. Die Startauflage betrug 3.000 Exemplare und war umgehend vergriffen trotz des hohen Preises von einem halben Gulden. So viel bezahlte man zu dieser Zeit für zwei Ochsen. Entstanden war das sogenannte „September-Testament“ in der Zeit, in der Luther auf der Wartburg versteckt gehalten wurde. Auf dem Rückweg vom Reichstag in Worms war Luther, den der Kaiser zum „vogelfreien Mann“ erklärt hatte, am 4. Mai 1521 im Glasbachgrund bei Bad Liebenstein überfallen, aus seinem Reisewagen gezerrt und über Umwege zur Wartburg gebracht worden. Initiiert hatte diese Entführung Kurfürst Friedrich der Weise, der Landesherr Martin Luthers. Luther sollte versteckt werden, denn sein Leben war in Gefahr. Luther begann am 18. Dezember 1521 auf der Wartburg mit der Übersetzung des Neuen Testaments aus der griechischen Ursprache in die deutsche Sprache. Als er am 1. März 1522 die Wartburg verließ, um nach Wittenberg zurückzukehren, hatte er die Rohfassung seiner Übersetzung fertiggestellt.

Die Konfirmanden aus der Pfarrei Queck folgten bei einem ganztägigen Ausflug den Spuren Luthers, um ihren Vorstellungsgottesdienst vorzubereiten. Der erste Halt galt Möhra, dem Stammort der Familie Luther. Dort hatte Luther noch vor seiner Entführung unter freiem Himmel gepredigt. Beim Besuch des liebevoll eingerichteten Heimatmuseums im Dorfgemeinschaftshaus informierten sich die Konfirmanden anhand von Dokumenten und Bildern über die Geschichte des Ortes. Jeder Konfirmand hatte sich zuhause außerdem mit einem Thema beschäftigt und trug seine Erkenntnisse als Referat dann vor, wenn die Gruppe an den jeweiligen Ort kam.

Vorbei am Lutherdenkmal und dem Lutherhaus stieg die Konfirmandengruppe dann zur Lutherkirche von Möhra hinauf. Zur Zeit Luthers stand hier nur eine kleine Kapelle, die dann aber ab 1560 schrittweise ausgebaut worden war. In der Kirche sangen die Konfirmanden auswendig den Choral „Lass mich dein sein und bleiben.“

Weiter ging es über Bad Liebenstein nach Steinbach in den Glasbachgrund. Vom Parkplatz war ein kleiner Spaziergang notwendig, um zu dem Denkmal zu kommen, das an der Stelle des Überfalls auf Luther im Jahr 1857 aufgestellt worden war. Zwei Konfirmanden informierten mit ihren Referaten über den Wormser Reichstag und den genauen Hergang des Überfalls. Die Gruppe picknickte dann in unmittelbarer Nähe des Denkmales.

Die nächste Station der Konfirmandenfahrt war die Wartburg. Dort sollte das Augenmerk vor allem auf die Zeit gerichtet sein, in der Luther sich dort aufhielt. Aber es gab auch Referate der Konfirmanden zur geschichtsträchtigen und sagenumwobenen Burg, zur Heiligen Elisabeth, dem legendären Sängerkrieg und zur Wiederherstellung der Burg durch den Architekten Hugo von Ritgen. So erfuhren die Konfirmanden, dass Hugo von Ritgen auch für die Kirche in Ober-Wegfurth Umbaupläne entworfen hatte, die aber nicht zur Ausführung gekommen sind.

Gegen Ende des Rundganges durch die Burg besuchten die Konfirmanden die wenige Tage zuvor eröffnete Ausstellung zum „September-Testament“ und dann konnten alle einen Blick in die Lutherstube werfen, den Ort an dem Luther seine Bibelübersetzung angefertigt hat. In der Lutherstube steht ein Schreibtisch, auf dem eine Bibel liegt. Als die Konfirmanden hineinblickten, wurden wie von Geisterhand Seiten der Bibel umgeblättert. „Das war Luthers Geist!“ sagte ein Konfirmand. Der wahre Grund aber war, dass die Fenster an beiden Seiten der Stube offen waren und der Wind so durch das Zimmer wehen und die Seiten bewegen konnte.

Nach dem Abstieg von der Burg und einer kurzen Autofahrt in die Stadt Eisenach, stand noch der Besuch der Georgenkirche auf dem Programm. Hier hat Luther in seiner Schulzeit als Chorsänger bei der musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten mitgewirkt und hier wurde Johann Sebastian Bach getauft.

Die Konfirmanden hatten dann noch eine gute Stunde zur freien Verfügung, um sich in Eisenach umzusehen. Am Georgsbrunnen traf man sich dann, um die Rückfahrt nach Queck anzutreten. Dort hatten die Konfirmandeneltern im Pfarrgarten ein kleines Grillfest vorbereitet. Im Anschluss daran ging es darum, vier Zelte aufzubauen. Die Konfirmanden wollten nämlich im Pfarrgarten übernachten. Beim Zeltaufbau zeigte sich, dass die Mädchengruppe was Zielstrebigkeit, Kundigkeit und Zusammenarbeit betraf, die besten Karten hatte. Das Mädchenzelt stand als erstes! Es folgten zwei Jungenzelte. Das vierte Zelt konnte dann nur aufgestellt werden, weil alle Konfirmanden sich zusammentaten und gemeinsam den Aufbau bewältigten. Der lange und erlebnisreiche Tag schloss mit einem Abendlied und Luthers Abendsegen ab.

Am nächsten Morgen frühstückte die Gruppe im Pfarrgarten und dann folgten die Konfirmanden dem Ruf der Glocken und besuchten gemeinsam den Taufgottesdienst in der Quecker Kirche. Nach dem Gottesdienst stellte sich die Gruppe in der Kirche um das Taufbecken auf, reichte sich die Hände und schloss so das Wochenende zur Vorbereitung des Vorstellungsgottesdienstes ab.